Sorry, just in German...
„Sensei – one“ , 2008-2009, 19 min, HDV 60i, Farbe
Der Film „Sensei – one“ ist die filmische Skizze zu einem Dokumentarfilm über mehrere hoch-graduierte japanische Lehrer der Kampfkunst Iaido. Dessen Umsetzung ist für 2010-2011 geplant.
Diese Lehrer, im Japanischen „Sensei“ (der Ältere) genannt, sind Vorbilder im Umgang mit der (Kampf-)Kunst als Lebensweg. Sie haben die Schwertkunst durch ein tägliches aufrichtiges Üben bis zu einer hohen Stufe der Meisterschaft vollendet und sind trotz ihres Alters allen jüngeren Ausübenden überlegen. Nichtsdestotrotz findet die Kunst des Iaido mit ihrer auf dem Zen-Buddhismus basierenden Tradition und inspirierenden Ästhetik in der modernen japanischen Gesellschaft immer weniger Beachtung.
Der Film, im Herbst 2008 in Japan, vornehmlich in der Stadt Minami-Ohsawa bei Tokio aufgenommen, möchte die Persönlichkeit des Lehrers in ihrer ambivalenten Erscheinung beschreiben und gleichzeitig dem Ausdruck und der Ästhetik der Kampfkunst, die seit 40 Jahren sein Leben bestimmt, entsprechen.
Einführung zur Kampfkunst Iaido
Die Schwertkampfkunst Iaido gibt es in der heutigen Form seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Sie hat sich parallel zum Kendo aus der Schwertfechtkunst der Samurai (japanische Kriegerklasse) entwickelt.
Im Iaido werden überlieferte Schwertkampfformen mit dem Katana, dem japanischen Schwert, ausgeführt, bei denen der Gegner lediglich vorgestellt wird.
Heute dient Iaido nicht mehr einzig der Übung der Handhabung des Schwertes, sondern der Charakterbildung und zu Zwecken der Erziehung.
Iaido ist eine ganzheitliche Kunst, die die Ausbildung von körperlichen und geistigen Kräften in Verbindung fördert.
Iaido gehört wie das Karatedo, Judo und andere, den Budo-Künsten an.
Im Gegensatz zu den stark versportlichten Letztgenannten, bezieht sich Iaido noch stark auf das Regelwerk des Budo, in dem die traditionellen Werte der Samurai im wesentlichen erhalten sind. Dazu gehören neben Mut und Loyalität, auch Gelassenheit, Kunstfertigkeit und ein komplexes System der Etikette.
Der Sensei im Iaido
Im Iaido gibt es eine Rangfolge. Der Übende legt im Laufe seines Lebens Prüfungen vom 1. bis höchstens zum 8. Dan ab. Die Zeit, die mindestens zwischen den Prüfungen vergangen sein muss, ist festgelegt und verdoppelt sich mit jeder höheren Stufe. Des weiteren gibt es drei Lehrer-Ränge, die durch zusätzliche theoretische Prüfungen erreicht werden können: Renshi, Kyoshi, und Hanshi. Den höchsten Rang, den man heutzutage als Iaido Übender erhalten kann, ist also der 8. Dan Hanshi.
Interessant ist hierbei, im Unterschied zu Sportarten, dass die Qualität der Kunst mit wachsendem Alter zunimmt. Die Qualität des Iaido ist an die über die Jahre erworbene Erfahrung, technisches Geschick und geistige Reife gebunden. Der Weg des Iai ist also auf ein ganzes Leben bemessen, was abermals verdeutlicht, dass es eine Kunst zur Entwicklung des Menschen ist, und nicht die Erbringung von körperlichen Höchstleistungen zum Ziel hat.
Das Durchschnittsalter zum Ablegen der Prüfung zum 8. Dan liegt von daher zwischen 60 und 70 Jahren. Den Ältesten wird entsprechende Hochachtung und Loyalität entgegen gebracht. Im Gegenzug übernehmen sie die Verantwortung für die Jüngeren und die Weitergabe der Tradition. Sie sind Vorbilder, Lehrer und oberste Entscheidungsinstanz.